NACHRICHTEN
Mit einer Grillerei auf der Trostburg bedankte sich das SBI bei all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der heurigen Sommersaison 2010.
An der festlichen Runde im Torgglturm nahmen fast alle Führerinnen und Führer der Trostburg und der Burg Taufers, Präsident Baron Carl Philipp Hohenbühel, Vizepräsident Wolfgang v. Klebelsberg und VWR Alexander Baron Hohenbühel sowie der fast geschlossene Vorstand der SBI-Jugend mit Dr. Walter Landi an der Spitze sowie Frau Gallmetzer, Herr Lienhard Thaler und Theres Gröber teil. Aus Taufers ließ man mit zwei Rekordmeldungen aufhorchen. Ein Tralala auf die 1.802 Besucher vom 12. August und den Augustrekord von über 23.000 Besuchern. Ein gutes Ergebnis, auch der Tauferer Führer. Auch die Trostburg erfreute sich über guten Zuspruch sowohl hinsichtlich der Restaurierungsarbeiten aber auch in Hinblick auf die Besucher (Tagesrekord 250 Besucher). Der Abend klang bei etwas kühlen Außentemperaturen, aber bei einem gemütlichen Zusammensein mit Liedern und Gesang in großer Harmonie aus. Einigkeit herrschte darüber, dass die Trostburg eine wunderschöne Burg sei, die selbst die Tauferer in Erstaunen versetzte.
Die neue Reihe "Burgen. Kulturgut in Oberösterreich" ist mit ihrem ersten Band "Die Schlösser Parz. Sigmund von Polheim und der ersäufte Papst" am Büchermarkt vorgestellt worde.
Der Text, reich an historischen Fakten, aber betont erzählerisch geschrieben, wurde von Alexander Ritzinger verfasst. Herausgeber Georg Graf Spiegelfeld, Obmann des Vereins Denkmalpflege Oberösterreich, stellte den Band nun offiziell vor. Der Band ist Ausdruck eines ARX-Kosmos der über Südtirol hinausgeht und doch steht die Tochterreihe von "Burgen" für sich selbst. Das Südtiroler Burgeninstitut brachte sich ein, aber die Initiative trägt unser Partnerverein in Oberösterreich.
Schon der Band Trostburg (Burgen - Bd. 1) wollte einen erzählerischen Zugang schaffen, indem die wissenschaftliche Darstellung erzählerisch erfolgte. Kulturgut in Oberösterreich geht einen Schritt weiter, indem sich eine Erzählung - hier ein Dialog zwischen historischen Figuren der Gegenwart und der Vergangenheit - historischer Fakten bedient. Zweifellos eine interessante und leserorientierte, fast journalistische Darstellung, ob allerdings der Schritt zu gewagt ist, werden die Leser zu beurteilen haben. Die beiden Vereine glauben jedoch, dass ein derartiger Zugang zur Geschichte durchaus seine Berechtigung hat. Lesen Sie selbst!
Die letzte Studienfahrt nach Innsbruck weckte das Interesse an den Trostburger Glocken. Es war klar, dass ihnen ein höheres Alter zuzuschreiben war und es war naheliegend, diese mit den Umbauten Engelhard Dietrichs von Wolkenstein in Zusammenhang zu bringen, weshalb die Jahreszahlen 1604/07 oder 1617, das Jahr der Errichtung der Turmuhr mit Schlagwerk, fielen.
Nähere Betrachtungen von Anton Weger und seinem Kollegen Hermann Schiener ergaben ein unerwartetes Bild: Die Glocke, die von Georg Grassmair in Brixen gegossen wurde, trägt die Jahreszahl 1711. Von ihm stammt auch die schöne "Annamaria" in St. Pauls. Zweifellos eine wunderschöne und wohlklingende Glocke, geziert mit einer Kreuzigungsgruppe und dem Wappen des Fürstbischofs Künigl, aber eben doch nicht ganz so alt. Leider, wäre es doch eine Sensation gewesen, die älteste Grassmayr-Glocke auf der Trostburg zu haben. Dennoch, die Recherche war es wert, immerhin fand sich eine weitere schöne Grassmayr-Glocke, deren Alter doch auch nicht von der Hand zu weisen ist. Die zweite Glocke, nicht minder interessant, stammt von einem sehr guten Trentiner Glockengießer Bartholomäus Chiappani und trägt die Jahreszahl 1901. Im Bild die Glocke von 1711 aus Brixen mit dem neuen Schlagwerk.
Das Südtiroler Burgeninstitut fuhr über einen Tag nach Nordtirol.
Die Fahrt unter der Leitung von Verwaltungsrat Alexander Baron Hohenbühel wurde hervorragend vorbereitet von Hermann Hell und Sigrid Pernthaler sowie Herrn Günther Munding. Leider war es nur ein gutes Dutzend, das sich aufmachte, um das Servitenkloster mit seiner Kunstsammlung und die Eremitage von Erzherzog Maximilian III zu besuchen, handelt es sich doch um schwer zugängliche, aber höchst anregende Orte. Dr. Franz Caramelle führte in die Geisteshaltung der Gegenreformation ein und zeigte den Teilnehmern ein weitgehend unbekanntes, aber kunsthistorisch bedeutendes Stück Innsbruck. Das Mittagessen im Mellaunerhof in Oberpettnau war nicht nur kulinarisch eine Reise wert, der stattliche gotische Hof (mit romanischen Kellergewölben und barocker Fassade) hatte auch kunsthistorisch überrascht. Bernhard v. Liphart, Präsident des österr. Burgenvereins, begrüßte unsere Gruppe und referierte über den barocken Ansitz Sternbach oder vielmehr über deren Besitzer, Eduard v. Sternbach, der neben außerordentlichen Kriegsverdiensten auch auf eigene Faust die Transferierung der Gebeine Andreas Hofers nach Innsbruck veranlasste. Eine patriotische Tat, die viel zu wenig Beachtung findet, wie Herr von Liphart meinte. Einen weiteren besonderen Höhepunkt stellte der Besuch der Burg Klamm, insbesondere die Besichtigung der spätgotischen Stube aus Taufers dar. Dank einer auch optisch herrlichen Jause, die uns Günther Munding zubereitete, konnten in den reich mit Fresken von Max Spielmann ausgestatteten Zimmern auch gemütliche Gespräche geführt werden ehe zum Aufbruch nach Innsbruck geblasen wurde: Die Besichtigung der Glockengießerei Grassmayr war für jeden Teilnehmer der Fahrt ein ebenfalls unerwartet interessantes Unternehmen. Mögen die Glockenschläge jedes Einzelnen auch die für sich gehaltenen Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Unser altbekannter Busfahrer Robert brachte alle wieder wohlerhalten nachhause. Erneut ein SBI-Ausflug mit vielen Höhepunkten, die wieder wesentlich zum Verständnis von Burgen, Burgherren und Burgeneinrichtung beitrugen.
Mit der Einrichtung der Oberen Stube erfuhr ein Besuch der Trostburg eine weitere Aufwertung. Die Obere Stube zeigt nun ein Schlafzimmer, das an jenes von Engelhard Dietrich von Wolkenstein erinnern soll.
Gemälde an der Wand verdeutlichen dessen nähere verwandtschaftliche Umgebung. Ein schönes Bild Johannes des Täufers schmückt den Saal ebenso wie der Stammbaum aus dem 18. Jh., der an dessen Beschäftigung mit der Genealogie und Heraldik erinnert. Eine Darstellung der Judith mit dem Haupt des Holofernes verweist auf die richterliche Hewalt der Wolkenstein.
Gemeinsam mit seinem Bruder Marx Sittich, der als Landeshistoriker Berühmtheit erlangte, bewohnte Engelhard Dietrich dieses Zimmer bereits in früher Jugend. Kinderzeichnungen und ein Freundschaftsvertrag mit einem Grafen Arz von Vasegg des 13-jährigen Marx Sittich, hinter dem Getäfel an die Wand gekritzelt, erzählen aus deren Kindertagen.
Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, um dem Raum noch mehr Seele zu geben, doch das kommt bestimmt. Ferner kümmerte sich die SBI-Jugend um einige Gartenarbeiten beim Schlosskreuz und im Grafengartl sowie um Sauberkeit in der Vereinswohnung und -küche. Auch der Kassenraum erhielt einen neuen Schreibtisch und einen passenderen Schrank, so wirkt auch dieser sehr viel lockerer und ansprechender. Wieder hat die Jugend der Trostburg Leben eingehaucht.
In einer besonders würdevollen Feier konnte S. Gn. Prälat Raimund Schreier, Abt von Wilten, unter den Klängen der Musikkapelle Wilten den restaurierten Schlosskreuz-Bildstock neu einweihen. Eine sehr ergreifende Andachtfeier wurde in der Burgkapelle abgehalten.
Unter den Anwesenden waren Altlandeshauptmann Wendelin Weingartner und Primar Schwitzer, die die Initiative zum Gedenkjahr setzten, zwei Orte der bescheidenen Dankbarkeit im Namen der Rotary Clubs von Brixen und Innsbruck zu finanzieren und zu restaurieren, so fiel, wie Baron Alexander Hohenbühel auch im Namen von Wolfgang v. Klebelsberg zu berichten wusste, die Wahl der Rotary Clubs Brixen und Innsbruck auf die Schlosskreuzkapelle der Trostburg. Die Restaurierung sollte als gesamttiroler Projekt verstanden werden. Die Pfarrgemeinde Waidbruck war durch ihre Präsidentin Irmgard Kerschbaumer vertreten. Das SBI durch etliche Mitglieder der Jugendgruppe und des Verwaltungsrates sowie durch einzelne Mitglieder.
Die Patrozinien auf den Burgen Trostburg und Taufers sind die bedeutendsten Feiern auf den Burgen des Südtiroler Burgeninstituts, meinte der Präsident Baron Hohenbühel, als er die Mitglieder auf der Burg Taufers begrüßte.
Auch Prälat Giner sprach das Patroziniumsfest auf Taufers zu Peter und Paul an, indem er die Frage des Evangeliums thematisierte "Und für wen hältst Du mich?" Kritisch gegenüber einem Mitglied der Landesregierung meinte der hochw.ste Altabt, dass es nicht nur darum gehe, christliche Kultur zu verwalten oder zu propagieren, sondern effektiv nach Christus zu fragen.
Der Feier in der Burgkapelle, die sehr würdig begangen wurde, folgte ein gemeinsames Mittagessen und die Besichtigung der Ausstellung über die Kreuzzüge, die großes Lob erfuhr.
Gemeinsam mit dem Istituto Italiano dei Castelli der Sektionen Trient und Molise besuchte auch das Südtiroler Burgeninstitut mit über 30 Mitgliedern die Schlösser Thun und Nanno am Nonsberg.
Thun ist nach 12-jährigen Restaurierungsarbeiten gezeigt worden, es ist für die künftigen Jahre gerettet und öffentlich zugänglich. Eine Freude für alle Interessierten, eine Chance für den Nonsberg.
Ganz anders das Schloss Nanno, das die Gruppe nach einem üppigen Mittagessen erreichte: Ein wunderbarer Renaissancebau, dessen Tradition noch immer spürbar ist, obwohl der Bau all sein Inventar verlor. Unter fachkundiger Führung des Architekten Codroico und des Eigentümers Giorgio Pazzi fanden die Teilnehmer rasch die nötige Phantasie, sich die Räume restauriert und eringerichtet vorzustellen.
Auch diesmal ein gelungener Tagesausflug nach Cles und Thun.
Unsere Dachorganisation Europa Nostra hat einen neuen Präsidenten! Europa Nostra wählte am 9. Juni 2010 in Istanbul den spanischen Tenor und vielfachen Grammy Gewinner Placido Domingo zum Nachfolger Ihrer königlichen Hoheit Infantin Pilar de Borbon.
Die Wahl fand in der Europäischen Kulturhauptstandt 2010 Istanbul statt. Das Südtiroler Burgeninstitut ist seit vielen Jahren Mitglied von Europa Nostra, dem ehemaligen Internationalen Burgeninstitut. Der damalige geschäftsführende und heutige Ehrenpräsident Andrea Schuler war im letzten Jahr Festreferent bei der ARX-Feier in Bozen.
Mit dem Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe / Europa Nostra Award werden jedes Jahr in vier Kategorien herausragende Leistungen im Bereich der Erhaltung von Kulturerbe ausgezeichnet.
1. Erhaltung von Bauten, Kulturlandschaften, Kunstwerken oder archäologischen Stätten
2. Studien und wissenschaftliche Arbeiten
3. Herausragende Leistungen von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen
4. Ausbildung, Unterricht, Training und Bewusstseinsbildung
Das Burgeninstitut ist bei der Beratung für die Einreichung von Preisvorschlägen behilflich.
sind unter dem Reiter Mitgliederbereich zu finden.
Die entsprechenden Passwörter wurden Ihnen mehrmals in Rundschreiben mitgeteilt und sind unter +39 333 7420776 zu erfragen. Viel Vergnügen!
Resolution aus den Arbeitsergebnissen der länderübergreifenden Tagung deutschsprachiger Denkmal- und Burgenvereine am 16./17. November in München "Kulturelles Erbe – Staatsaufgabe oder Privatsache?"
Präambel aus der „Charta von Venedig“ von 1964:
„Als lebendige Zeugnisse jahrhundertealter Tradition der Völker, vermitteln die Denkmäler in der Gegenwart eine geistige Botschaft der Vergangenheit. Die Menschheit, die sich der universellen Geltung menschlicher Werte mehr und mehr bewusst wird, sieht in den Denkmälern ein gemeinsames Erbe und fühlt sich kommenden Generationen gegenüber für ihre Bewahrung gemeinsam verantwortlich.“
Resolution:
1. Die positive Einstellung der Öffentlichkeit zur Erhaltung des kulturellen Erbes erfordert gemeinsames Wirken aller Verantwortungsträger im Bereich der Denkmalpflege. Die Erschwernisse der Erhaltung und die Bürde der Eigentümer sind dabei besonders zu berücksichtigen.
2. Die Verwirklichung der Grundsätze des Denkmalschutzes können nur in vertrauensvollem Zusammenwirken der staatlichen Stellen mit den Eigentümern, die ihrer Verantwortung bewusst sind, erreicht werden. Deshalb erwarten diese die volle Unterstützung des Staates nach dem Grundsatz „so viel Staat wie nötig, so viel selbst verantwortete Freiheit des Eigentums wie möglich“. Aufklärung der Öffentlichkeit, gute, vertrauensvolle, fachliche Beratung der Denkmaleigentümer ist notwendig, damit Zielkonflikte zwischen der staatlichen Denkmalpflege und den Denkmaleigentümern möglichst vermieden werden oder, wenn sie unumgänglich sind, gemeinsam gelöst werden können. Die staatlichen Behörden sollen in gleicher Augenhöhe mit den Denkmaleigentümern tätig werden, damit das Privateigentum gewahrt wird.
3. Keinesfalls darf sich der Staat aus seiner Verpflichtung, die Denkmale durch angemessene finanzielle Leistungen und steuerliche Erleichterungen zu fördern, zurückziehen! Denn Kürzungen der staatlichen Zuschüsse haben unabsehbare Folgen für die Erhaltung unseres Kulturerbes, wobei der gesamtwirtschaftliche Aspekt (Sicherung von Arbeitsplätzen, Stärkung des handwerklichen Mittelstandes) nicht unberücksichtigt bleiben darf.
4. Ziel muss es sein, in allen gesellschaftlichen Zusammenhängen, besonders bei Kindern und Jugendlichen, frühzeitig das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Thematik zu wecken und somit eine breite Basis zur Erhaltung unserer unwiederbringlichen Kulturgüter zu schaffen.
5. Ensemble- und Denkmalschutzbegriffe sollen in den europäischen Rechtsordnungen in einer einheitlichen Terminologie wirksam verankert werden.
6. Die Burgen- und Denkmalvereine rufen zu einer breiten Bewegung zum Schutz unseres kulturellen Erbes auf, zu unserem und der nächsten Generationen Nutzen.
München, 17. November 2007
Südtiroler Burgeninstitut
Präsident: Dr. Carl-Philipp Freiherr von Hohenbühel
Verein zur Erhaltung privater Baudenkmäler und sonstiger Kulturgüter in Bayern e.V.
1. Vorsitzender: Albert Graf Fugger von Glött
Verein Denkmalpflege Oberösterreich
Vorsitzender: Dr. Georg Graf von Spiegelfeld
Deutsche Burgenvereinigung e.V./ Landesgruppe Bayern
Vorsitzender: Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein
