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13.04.2019 - 44. Mitgliederversammlung des Südtiroler Burgeninstituts
SBI

Wir berichten von einer gut besuchten, erfolgreichen und auch spannenden Mitgliederversammlung vom Südtiroler Burgeninstitut in Terlan.

Denkmalpflege als Bildungsauftrag

Aus allen Landesteilen Südtirols, aus Thüringen, Bayern und Österreich kam rund ein Drittel der eingeschriebenen 396 Mitglieder nach Terlan, um die ausführlichen Tätigkeits- und Finanzberichte der 44. Generalversammlung entgegen zu nehmen und auch gutzuheißen. Präsident Carl Philipp Baron Hohenbühel bezog die starke Mitgliederpräsenz auf den wunderschönen Tagungsort, den Ansitz Liebeneich, wo der Verein von Gräfin Agnes Enzenberg und ihrem Neffen Graf Michael Goëss-Enzenberg besonders herzlich empfangen wurde. Dies als alleiniges Argument für die rege Teilnahme heranzuziehen wäre aber zu kurz gegriffen: Das Südtiroler Burgeninstitut ist den Mitgliedern auch nach über 55 Jahren wichtig.

Die Versammlung bietet Burgeneignern, -forschern und -freunden eine ausgezeichnete Plattform, sich auszutauschen, Freuden, Interessen, aber auch Sorgen miteinander zu teilen. Diese Gemeinsamkeit würdigte auch Placido Domingo, der Präsident von Europa Nostra, in seiner Grußbotschaft. Die zuständigen Landespolitiker und die Abteilung Denkmalpflege ließen sich schriftlich entschuldigen, während der Landesverband für Heimatpflege, der Verband der Restauratoren und Konservatoren und der Fondo Ambiente Italiano (FAI) durch ihre anwesenden Präsidentinnen ein deutliches Zeichen setzten, dass der Einsatz für die Burgen des Landes, auch von Partnern im Land bewusst mitgetragen wird. Ein besonderer Gruß des Präsidenten galt der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege in Oberösterreich, dem bayer. Denkmälerverein und vielen weiteren in- und ausländischen Repräsentanten von Partnern und Burgen und natürlich allen Mitgliedern und Mitarbeitern.

Attraktive Burgen trotz knapper Ressourcen – Meldepflicht für ehrenamtliche Tätigkeit?

Klaus Runer, der Bürgermeister von Terlan, hieß die Vollversammlung in seiner Gemeinde willkommen. Er sehe Terlan zwar in erster Linie als „Weindorf“, dessen prägendes und identitätsstiftendes Merkmal sei aber die Silhouette der heimatlichen Burgruine Neuhaus genannt Maultasch, betonte er. Er sprach damit ein Thema an, das viele Besitzer betrifft: Die Fassaden ihrer Häuser tragen wesentlich zum Charakter eines Dorfes oder einer Gegend bei. Die mustergültige Erhaltung wird erwartet und mitunter auch wie selbstverständlich verlangt. Bei der Sanierung, der Pflege und der nachhaltigen Finanzierung der Erhaltung tun sich aber mitunter Grenzen auf – bürokratischer und finanzieller Natur. In Terlan habe man den Wert der Burgen erkannt und man bemühe sich um Hilfe, versicherte der Bürgermeister.

Kurz vor der Vollversammlung wurde eine Kürzung des Budgets für die Landesdenkmalpflege (mit 5.000 zu schützenden Objekten) von 0,24% des Landeshaushaltes auf etwa 0,12% bekannt. Unabhängig von der Kürzung selbst, die im Nachtragshaushalt vielleicht korrigiert wird, wurde damit ein falsches Zeichen gesetzt. Vielmehr stünde es an, Steuerlast und Erhaltungskosten zu mindern. Die angekündigte Kürzung der Ressourcen entmutigt vor allem aber jene, die sich ehrenamtlich oder unter Entbehrungen für die Erhaltung von Kulturgut einsetzen. Dies umso mehr, da die Regierung vorgab, im Bereich Sanität, Soziales und Bildung keine Einsparungen vornehmen zu wollen. Die Teilnehmer zeigten sich verärgert darüber und meinten, die Politik verkenne nämlich sowohl den sozialen Wert als auch den Bildungsauftrag der Denkmalpflege. Trotz verschiedener Einschränkungen bekennen sich die Eigentümer von Burgen und Schlössern sehr wohl zu einem starken Denkmalamt, vor allem als „Wissenspool“ und Ort der Beratung.

Die anstehende nationale Reform der ehrenamtlichen Vereine bereitet Sorge. Man befürchte das Anwachsen von unnötiger Bürokratie, zunehmende Normierungen und zusätzliche Verantwortung in Haftungsfragen. Auch hier geht der Gesetzgeber einen falschen Weg, zeigten sich die Mitglieder beängstigt, da ehrenamtlicher Einsatz gering geschätzt und durch übertriebene Kontrollen abspenstig gemacht wird. Es besteht die Gefahr, dass das Ehrenamt „an den Tropf der Öffentlichkeit“ gerate und eine „Verpflichtung zur Rechtfertigung“ Ethik und Idealismus in Frage stellt.

Umfangreiche Tätigkeit

Ehe der Jahresbericht 2018 vorgetragen wurde, gedachte die Versammlung der kürzlich verstorbenen Mitglieder P. Josef Knapp und Grete Pardatscher. Wie jedes Jahr gab es mit Ausstellungen, Vorträgen, Publikationen und Veranstaltungen zahlreiche Initiativen, auf die Burgen des Landes aufmerksam zu machen. Dabei habe der Verein nicht nur seine eigenen Objekte, sondern den landesweiten Schatz an Burgen und Ansitzen sowie viele andere Baudenkmäler im Auge. In besonders guter Erinnerung sei den Mitgliedern die Sommer-Studienfahrt zu den Villen an der Brenta. Intensive Bemühungen galten selbstredend den Schlössern Trostburg und Taufers in Waidbruck und in Sand in Taufers sowie dem mitverwalteten Schloss Moos in Eppan. Nachdem der SBI-Präsident auch zum Vorsitzenden der Hocheppan GmbH der Gemeinde Eppan bestellt wurde, flossen erneut auch manche Energien in diese „vierte“ betreute Anlage sowie in die institutseigene Burgfrieden GmbH, die sich um die Fischerei, Land- und Forstwirtschaft der beiden Vereinsburgen kümmert. Schwerpunkte waren die Behebung von Sturmschäden im Wald, die Rückstrukturierung des Trostburger Kuhstalls in einen Pferdestall mit vier Kaltblütlern, die Dachsanierung am Südostflügel der Burg Taufers, die Vorbereitung der neuen Zufahrt zur Trostburg und die Konservierung der Wandmalereien in Schloss Moos sowie die Küchenadaptierung mit fließendem Wasser und die Einrichtung des Depots für die dortigen Kunstwerke. Auch im Jahre 2018 waren unsere Burgen als Filmkulissen gesucht (Narziss und Goldmund, Bozen-Krimi etc.). Die Besucherzahlen pendelten sich nach dem Erfolgsjahr 2017 wieder auf 67.531 in Taufers, 7.297 auf Trostburg und 1.500 auf Moos ein. Große Fortschritte gab es bei der Erfassung und Aufstellung des Bücherbestandes aus den Sammlungen Dr. Regele (Alexander Maier) und Walther Amonn (P. Plazidus Hungerbühler). Erstmals gab es 200.000 Jahresbesucher auf unserer Homepage. Sie riefen 500.000 Seiten auf und klickten unsere Seiten zwei Millionen Mal an! Erfolgreich verlief auch das Projekt „Pustertaler Burgenstraße“ (Armin Plankensteiner). Nach dem Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlas Georg Baron Eyrl den Finanzbericht mit einer Summe von Aktiva bzw. Passiva von 1.310.858 € und einem Jahresüberschuss zum 31.12.2018 von 205.043 €, der die Investitionen von 2019 ermöglichen soll. Franziska Moser verlas den Bericht der Rechnungsprüfer und hob dabei die großen ehrenamtlichen Leistungen des SBI für den Tourismus hervor. Der Bericht würdigte auch die „solide Bilanz“ dieses „nachahmenswerten Vereins“.

Gemeinsam stark

Nach der Entlastung des Vorstandes richteten die Obfrau des Landesverbandes für Heimatpflege Claudia Plaikner und der Präsident der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Georg Graf Spiegelfeld ihre Grußworte an die Versammlung und würdigten die gute Zusammenarbeit, die sich immer deutlicher auch durch gemeinsame Initiativen, etwa zum Einsatz für das Kulturerbe oder bei der ARX, zeige. In der zum Teil auch etwas hitziger geführten Diskussion zu den eingangs erwähnten Themen wurde eine gemeinsame Petition von Heimatpflegern, Restauratoren und Konservatoren, FAI und SBI gefordert. Daneben – anlässlich der aktuellen Diskussion um den Hofburggarten von Brixen – regten Mitglieder dazu auf, Initiativen zu setzen, die der Wahrnehmung des Umfeldes eines Denkmals als Teil desselben entgegen kämen, so wie dies vom SBI mit dem Ankauf des Trostburger Burghügels vorgezeigt wurde.

Besichtigung der Pfarrkirche von Terlan

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung bestand während eines Aperitivs im prachtvollen Garten des Ansitzes Liebenaich, der einen Ausblick auf unzählige Etschtaler Burgen gewährt, die Möglichkeit der Besichtigung der zugehörigen St.-Johann-Nepomuk-Kapelle. Anschließend gingen die Mitglieder zu Fuß zum nahen Ansitz Köstenholz der Freiherren von Eyrl, wo ein Mittagessen vorbereitet war. Den Abschluss der gelungenen Veranstaltung bildete eine Führung durch die Maria-Himmelfahrt-Pfarrkirche von Terlan durch den ehem. Landeskonservator Leo Andergassen. Er berichtete von der Entdeckung eines Baptisteriums des 5. Jahrhunderts in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche. Aus dieser Zeit habe es wohl auch eine Vorgängerkirche gegeben. Die frühe und große Bedeutung des Ortes wird durch das Marienpatrozinium bestätigt. Allerdings muss es immer wieder zu Überschwemmungen durch den Etsch-Fluss gekommen sein, da diese das Umland im Laufe der Jahrhunderte anhoben. Noch heute steigt man in das Langhaus der Pfarrkirche hinunter, obwohl dessen Boden bereits mehrfach erhöht wurde. Die dadurch verringerte Raumhöhe beeinträchtigt die volle Wahrnehmung der hohen Qualität dieses gotischen Baues, der für Tiroler Verhältnisse als „sehr früh“ anzusehen ist. Der bereits um 1367 vollendete Chorbau zeigt eine Apostelreihe aus seiner Erstausstattung und eine in Verbindung mit der Bozner Malschule stehende weitere Ausmalung des ausgehenden 14. Jahrhunderts. Beherrschendes Thema der Bildszenerien mit sehr eindrucksvollen Architekturelementen ist das Leben Mariens. Auffällig ist die aus dem Bildprogramm fallende Darstellung des Nikolauswunders „Stillung des Seesturms“, die wohl auf die Erfahrungen mit der nahen Etsch verweisen. Hans Stockinger aus Ulm dekorierte das um 1440 errichtete Langhaus in seinem in Verona erlernten Malstil. Bemerkenswert ist ein zweites Kirchenschiff, das den Knappen des Terlaner Bergbaues vorbehalten war. An die Arbeit „unter Tage“ erinnert dort die dargestellte Geschichte des Hl. Alexius, dem unerkannt gebliebenen Pilgerheiligen, dem „unter der Stiege“ ein Platz zugewiesen wurde. Die ihm zustehende Verehrung wurde ihm erst nach seinem Tode zuteil, als dessen wahre Identität bekannt wurde. Noch aus älterer Zeit stammt dort eine erhaltene apokalyptische Sockelbemalung, die auf die letzten 15 Tage der Menschheit verweist. Nach diesen werde die Welt neu erschaffen.

AvH


16.03.2019 - Ein großer Tag für alle ARX-Abonnenten und ARX-Freunde
SBI

ARX-LogoUnsere Zeitschrift ARX. Burgen und Schlösser in Bayern, Österreich und Südtirol wird 40 Jahre alt und erscheint damit seit 1979 regelmäßig zweimal jährlich. Nun mit einer Auflage von rund 5.000 Stück.

Seit heute sind die Inhalte der ARX digital recherchierbar. Dazu steht Ihnen das ARX-Register auf unserer Homepage zur Verfügung. Stöbern Sie darin und entdecken Sie die ARX von Neuem!

Unser Dank gebührt in erster Linie Frau Petra Niedziella M.A. (Hauptschriftleitung ARX) und als Fördererin des Projekts der Stiftung Südtiroler Sparkasse.

Möge diese neue Datenbank dazu beitragen, dass die Inhalte der ARX einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden und die Zeitschrift leichter für die Forschung genutzt werden kann.

Das ARX-Register ist eine Datenbank, in der sachkundig die Hauptartikel und Nachrichtenbeiträge der seit 40 Jahren bestehenden Zeitschrift ARX (seit 1979) erfasst und verschlagwortet wurden. Sie ermöglicht Vereinsmitgliedern, Abonnenten und Interessierten die Suche nach Inhalt, Autor, Titel/Untertitel als auch nach Stichworten, Orts-/Objektangaben, Personen und Vereinsnachrichten. Daneben gibt es ein Gesamtverzeichnis im Umfang von derzeit über 200 Druckseiten.

Eine Datenbank nie fertig, die PDFs werden aber nach Fortschritt kontinuierlich aktualisiert.

Derzeit noch nicht verschlagwortet sind die Jahrgänge 1987–1991 und die Hefte 2/2017–2/2018. Dennoch, Sie werden schon jetzt vieles finden, was Sie vielleicht schon lange suchten. Für die noch nicht detailliert erfassten Hefte steht noch eine grobe Recherchemöglichkeit nach Autoren und Titeln zur Verfügung (Stand: 15. März 2019).

Wir freuen uns, wenn Sie diese Nachricht an Interessierte weitergeben.


13.03.2019 - Neuigkeiten im Frühjahr 2019
SBI

Das Jahr hat mit viel Schwung begonnen und viele neue Initiativen werden dieses Vereinsjahr prägen.

So bekommt die Trostburg die neue Straße, die Arbeiten dazu haben bereits begonnen. Auch die Kaiserbilder werden im heurigen „Maximilianjahr“ restauriert.
In Schloss Moos beginnen wir in diesen Tagen mit den Restaurierungsarbeiten im Innenbereich und bis Saisonsbeginn werden wir eine neue Küche im Hofbereich nutzen können. Auf der Burg Taufers wird das große Süddach saniert und die Burg Hocheppan bekommt einen neuen landwirtschaftlichen Geräteschuppen.
Für die kommende Generalversammlung sagen wir schon jetzt Agnes Gräfin Enzenberg Danke für Ihre GFastfreundschaft und auch dafür, dass wir anschließend einen Blick in die Kapelle werfen dürfen. Graf Michael Goess Enzenberg sorgt für die Weine des Weingutes Manincor in Liebeneich. Baron und Baronin Georg Eyrl danken wir für die Beherbergung zu Mittag im Ansitz Köstenholz, Dr. Leo Andergassen für die anschließende Führung durch die Pfarrkirche Terlan.


13.03.2019 - Grete Pardatscher geb. Masera (15.10.1930-13.03.2019) verstorben
SBI

Grete Pardatscher, ein treues Mitglied des Südtiroler Burgeninstitutes, ist heute verstorben. Grete Masera, Witwe nach dem Eppaner Zahnarzt Richard Pardatscher, war Eigentümerin der Burgruine Altenburg in Eppan (unmittelbar in der Nähe von Schloss Warth).

Grete PardatscherDort bewohnte sie ein kleines Häuschen, das sie mit viel Liebe hübsch einrichtete. Daneben wohnte sie in Bozen und in Oberbozen am Ritten. Auch dort schuf sie ein der Tradition verpflichtetes und gemütliches Zuhause und sorgte für eine kulturelle Belebung desselben. Ein breites kunsthistorisches Wissen, das sie sich im Laufe der Jahre aneignete, insbesondere durch ihre rege Teilnahme an Vorträgen und Studienreisen verschiedener Kulturvereine, zeichnete sie ebenso aus wie ihre Fähigkeit, andere für kulturelle Inhalte zu begeistern. So suchte sie gerne den Kontakt zu Menschen, die ihre Liebe zu einem schönen Ambiente oder zur Kunst teilten. Persönlichkeiten wie Nicolò Rasmo, Walther Amonn, Max Staffler, Anni Pernthaler oder Eddy v. Ferrari und Nachwuchstalente wie etwa (den mittlerweile arrivierten) Kunsthistoriker Leo Andergassen sah sie für sich und ihr Umfeld als kulturelle Bereicherung. Umgekehrt wurde Grete Pardatscher auch von Walter Amonn ins Vertrauen gezogen, als er ihr nach erfolgter Restaurierung über etliche Jahre die Betreuung von Schloss Moos-Schulthaus in Eppan überließ, bis diese Aufgabe vom Südtiroler Burgeninstitut übernommen wurde. Auch Hanns v. Klebelsberg beauftragte sie Mitte der 1990er Jahre mit dem Sekretariat des Wissenschaftlichen Beirats des Südtiroler Burgeninstituts, ehe Peter v. Hellberg diese Tätigkeit bis 1999 übernahm. Grete Pardatscher war unternehmungslustig und ein grundsätzlich positiv denkender Mensch, den viele in Erinnerung behalten werden. Das Südtiroler Burgeninstitut als Verwalter der Stiftung Walther Amonn nimmt aufrichtig Anteil am Schmerz der Töchter Nora und Christa über den traurigen Verlust ihrer Mutter. R.i.p.

Der Abschiedsgottesdienst wird am 16. März um 14.30 Uhr in St. Pauls in Eppan gefeiert, der Rosenkranz am 15.03. um 19 h in der Propsteikapelle in Bozen gebetet. (AH)


28.02.2019 - Neugestaltung der Webseite in Planung
SBI

Sollten Sie Wünsche und Anregungen uzur Neugestaltung der Webseite haben, bitte teilen Sie uns diese mit unter fachbibliothek@burgeninstitut.com


12.01.2019 - P. Josef Knapp verstorben
Trostburg

P. Josef Knapp (77), Comboni-Missionar aus Pfalzen, ist verstorben.

Er war nach dem Tod von Hochw. Alois Seeber (1934-2004) zum Pfarrer bzw. Pfarradministrator von Waidbruck bestellt worden und feierte in den letzten 14 Jahren regelmäßig mit uns das Patroziniumsfest auf der Trostburg. Er führte die Pfarrgemeinde auch unter dem Jahr, im Herbst, auf die Trostburger Wiese, um dort die Hl. Messe zu feiern und kam gerne zu den Veranstaltungen des Südtiroler Burgeninstituts. Er war es auch, der im Jahre 2005 das neu eröffnete Burgenmuseum segnete. Gerne erinnern wir uns an den Tag, als er mit den singenden, farbenfrohen "Finken Afrikas" durch die Trostburg zog. Sein gewiss auch schüchternes und doch sehr zugängliches Wesen, seine zum Wort Gottes nahe und unkonventionelle, von allzu strengen Regeln befreite Art wird uns in Erinnerung bleiben. Zahlreiche Predigten mit zur Reflexion einladenden und stets markant gesetzten Worten hat er uns hinterlassen. Sie bleiben in unseren Herzen.

Die Pfarrgemeinde verabschiedet ihren Hochw. P. Josef Knapp am Mittwoch, 16. Jänner 2019, mit einer hl. Messe um 19.30 Uhr. Das Südtiroler Burgeninstitut wird ihn zudem am Patroziniumstag des Mönchsvaters Antonius, am 17. Jänner 2019, um 10.30 Uhr in das Gebet einschließen. Er ruhe in Frieden.


29.12.2018 - Neujahrscocktail in Kaltern
SBI-Jugend

Ein großer Erfolg war der heurige Neujahrscocktail der SBI-Jugend mit ihrer Präsidentin Auguste Freiin von Hohenbühel. Die Jugend lud diesmal nach Kaltern in das Rote Haus von Dr. Andreas und Dr. Brigitte v. Lutterotti. Dier Hausherren freuten sich über den regen Zuspruch und die fleißigen Hände der Jugendmitglieder. Besonders erfreulich war die große Teilnehmerzahl unter den jugendlichen Mitgliedern und Freunden derselben. Sie sind schließlich der Garant dafür, dass die Arbeit des Südtiroler Burgeninstituts weitergeführt wird. Vereinspräsident Carl Philipp Baron Hohenbühel dankte für die Initiative der Jugend und die Bereitschaft der Hausherren, ihr Haus zu öffen. Er wünschte ein Gutes Neues Jahr, freute sich über viele Weitgereiste und berichtete vom Projekt Trostburger Straße im Jahre 2019. "Hoffentlich kommen auch wieder viele zum Patroziniuzm auf der Trostburg am 17. Jänner 2018", schloss der Präsident.


20.12.2018 - Die Bagger stehen bereit: Die Trostburg bekommt eine neue Straße
Trostburg

Nun ist es soweit: Die Trostburg bekommt eine bessere Zufahrt.

Ging es ursprünglich von Norden über einen altertümlichen Plattenweg mit ausgekerbten Spurrillen zu einem Osttor zur Burg, wurde schon im 17. Jahrhundert ein zweiter Zugang von der Südseite geschaffen. In den 1950er und 1960er Jahren wurde gemeinsam mit der ENEL eine Straße projektiert, die sogar eine Nutzung mit Kraftfahrzeugen bis zu 2,5 Tonnen Gewicht vorsah. Mit den Restaurierungsarbeiten von 1967-1977 konnte diese Straße tatsächlich umgesetzt werden. Ende der 1980er Jahre wurden zwei Ausweichen eingebaut, Mitte der 1990er Jahre wurde die Straße mit Hilfe der A22 neu asphaltiert und von vielen Schlaglöchern befreit, doch noch immer haftete der Trostburg der Ruf der „schrecklichen Zufahrt“ an, die Besucher und Veranstalter nur mit großer Überwindung auf sich nahmen. Während der Restaurierungsarbeiten an der Trostburg zwischen 2000 und 2010 wurden Baumaterialien über eine Luftbrücke angeliefert und selbst Einsatzkräfte zogen noch immer den Luftweg vor.

Landesrat Florian Mussner, zuständig für Denkmalpflege und Straßenbau, würdigte die laufende und seit über 50 Jahren anhaltende Erhaltungs- und Kulturarbeit des Südtiroler Burgeninstituts auf der Trostburg. In so einem Fall, meinte er, sei es mehr als gerechtfertigt, wenn die öffentliche Hand nicht nur im Bereich der Denkmalpflege am Objekt selbst, sondern auch bei der Anbindung an das Straßennetz eine Unterstützung biete.Der Präsident hat uns dieses tolle Bild der Trostburg zugesandt, es kündigt den Jahreswechsel an und verspricht eine bessere Zufahrt zur Trostburg. Er betonte dabei: „Eine Straße ist nicht nur Beton und Asphalt, sie ist eine Verbindung zu den Menschen und hat eine soziale Bedeutung“. Als besonders positiv bemerkte der Landesrat, dass das Gemeindeprojekt von Bürgermeister Oswald Rabanser auch eine Verlegung der Strom- und Wasserleitungen unter die Erde vorsieht. Er dankte allen Beteiligten und stellte fest, dass die Arbeiten mit dem 20. Dezember 2018 begonnen wurden. Die neue Straße sollte zu einem landschaftlich vorteilhaften Ergebnis führen und eine sichere Zufahrt zur Burg gewährleisten.

Vor einigen Jahren gründete das Südtiroler Burgeninstitut die landwirtschaftliche Gesellschaft „Burgfrieden GmbH“, die sich um die land- und forstwirtschaftlichen Flächen bzw. die Fischereirechte der beiden Burgen, Trostburg und Taufers, kümmert. Die Gesellschaft erwarb auch den Burgberg der Trostburg, trat aber die Straßenparzellen an die Gemeindeverwaltung von Waidbruck ab, so dass die Trostburger Straße „Burgfried-Weg“ in das Straßennetz der Gemeinde aufgenommen werden konnte. Vor drei Jahren wurde mit der Projektierung der Straße begonnen, die nun von der Gemeinde Waidbruck in Zusammenarbeit mit der Provinz Bozen und dem Südtiroler Burgeninstitut umgesetzt werden soll. Das Landesdenkmalamt hat seine Zustimmung bereits erteilt.
AvH


19.05.2018 - Trostburger Kräutermischungen 2017 erhältlich
Trostburg

Carmen Brauns baut im absolut naturbelassenem Umfeld der Trostburg seit 2016 auf ca. 1000 qm 41 verschiedene Kräuter an: 2500 Pflanzen. Der Kräuteranbau ist biologisch eingetragen, kontrolliert und zertifiziert. Kaum gedüngt und bislang ohne Pflanzenschutzmittel. 10 Kräutermischungen aus 41 verschiedenen Kräutern wurden 2017 abgefüllt.

Im Juli und August gibt es Führungen durch den Kräutergarten. Zum Angebot >>>

Angebot:
Miss T. – Die Frauen-Kräutermischung
Zitronenmelisse, Frauenmantel, Marokkanische Minze, Schafgarbe, Frauenbeifuß.
Eviva – Die erfrischend reinigende Kräutermischung
Apfelminze, Joccaminze, Brennessel, Ananasalbei Blätter & Blüten, Toronjil Morado Blätter & Blüten.
Verve – Die stärkend belebende Kräutermischung
Anisysop, Salbei, Spitzwegerich, Ringelblume, Kugelamarant.
Caprice – Die ausgleichend milde Kräutermischung
Grüner Hafer, Gewürzfenchel, Lindenblüten, Zitronengras, Kamille.
Blaue Stunde – Die erfrischend kräftigende Kräutermischung
Pferfferminze, Kornblume, Ysop, Eisenkraut.
Lila – Die Kräutermischung zum Aufatmen (10g)
Zitronenthymian, Malve, Kugelamarant, Königskerze.
1001 – Die würzig beruhigende Kräutermischung
Gewürzminze, Wüstenlavendel, Oswego Blätter & Blüten, Winterestragon, Lavendelblüten.
Love & Peace – Die frisch blumige Kräutermischung
Zitronenverbene, Zitronenmelisse, weiße Melisse, Kornblume, Holunder, Malve, Goldmelisse,
Rose, Sonnenblume.
Citas Choice – Die mild erfrischende Kräutermischung
Zitronenmelisse, Holunder, grüne Minze.
Artemideion – Die Kräutermischung für alle Fälle (15g)
Griechischer Bergtee mit Diptam Dost.

Preise:
Große Packung (20 g) und „Artemideion“: € 6,00
„Lila“ (10 g) : € 3,00

Bestellungen: unter 338 8097423 oder carmenbrauns@hotmail.com


01.08.2017 - Die "Trostburg-Tresl" ins rechte Licht gerückt
Trostburg

Der Film "Trostburg-Tresl" wurde erstmals am 14. Jänner 2013 im Bayerischen Rundfunk gezeigt und löste einige Reaktionen aus. Der Präsident des Südtiroler Burgeninstituts verfasste daraufhin einen "Offenen Brief" an den Filmmacher Arndt Wittenberg.

Er beinhaltet manche Aufklärung zu entstandenen Missverständnissen. Dieser "Offene Brief" wird hier als Zusatzinformation zum Film angeboten. Link zum Bayerischen Rundfunk

 

​Lieber Arndt Wittenberg,

gratuliere zum Filmsujet für dieses bewegende Filmepos im BR und auch für das feinfühlige Auge über die Tresl im Jahreslauf auf unserer Burg. (...) Die Trostburg zeigt sich im Film wie ein Gemälde, in dem so viel Erfreuliches nach über 45-jähriger Verwaltung durch das Südtiroler Burgeninstitut und seiner liebevollen, völlig selbstlosen und aufopfernden Belebungs-, Konservierungs- und Restaurierungstätigkeit immer wieder zu entdecken ist: Von den kürzlich hergerichteten Fenstern oder dem restaurierten warmen Kachelofen in Tresls Küche bzw. Stube bis hin zum hergerichteten Wirtschaftsgebäude bzw. Stadel, dem unmittelbaren Lebens- und Tätigkeitsbereich der Hauptprotagonistin. Die Hauptburg selbst hat in den vergangenen 45 Jahren, insbesondere in den letzten zwölf Jahren, eine Rundumerneuerung der gesamten Dachlandschaft, der Innen- und Außenfassaden, viel Ruinensicherungen und auch Instandsetzungen im Innenbereich erleben dürfen, auch das kommt ausgezeichnet ins Bild.

Der auf die Person von Tresl zugeschnittene Filmbeitrag weckt zu Recht wertvolle Emotionen, die uns in der heutigen Zeit einfach gut tun, wie auch zahlreiche Reaktionen auf den Film zeigen. Damit aber Tresls Verhältnis zum heutigen Eigentümer nicht wie im Film, vielleicht doch verzerrt und etwas negativ belastet, zurückbleibt, folgend ein paar Feststellungen, die bei eventuellen Fragen an Ihre Redaktion kommuniziert gehören. Ich möchte das durchaus auch kritisch verstanden wissen, weil im Schnitt des Films - meiner Meinung nach - Möglichkeiten, Einseitigkeiten zu relativieren, ausgelassen wurden, auch wenn natürlich das bewegende Menschenbild von Tresl im gewollten Fokus stehen musste.

·          Das Südtiroler Burgeninstitut hat die Burg und alle Nebengebäude (mit der Turnierwiese und dem Wäldchen um die Burg) in einem stark verwahrlosten Zustand von den Grafen Wolkenstein im Jahre 1967 im guten Einvernehmen gekauft, um sie vor dem Verfall zu retten. Es waren jedoch keine weiteren zu bearbeitenden Grundflächen dabei. Ehrenamtlicher Idealismus, um die öffentliche und private Pflicht zur Erhaltung unseres Kulturerbes einzufordern, war die alleinige Antriebsfeder, diesen Kauf zu tätigen.

·          Die von Tresl bearbeiteten Flächen haben über die Zeitspanne 1967 bis 2011 nicht zur Burg gehört, sondern einer Mailänder Unternehmerfamilie. Das heißt, Tresl hat den größten Teil ihres Lebens zwar die Wiesen bearbeitet, aber nicht für das Burgeninstitut, sondern als Pächterin der Mailänder Unternehmer.

·         Das Burgeninstitut hat der Tresl von Anfang an Wohnplatz und Strukturen, Gärten u.s.w. gerne kostenlos zur Nutzung überlassen, so auch den Stall und den Stadel für Vieh und Heu. Investitionen in Infrastrukturen, wie zum Beispiel den Stadel, waren zeitlebens durch das Burgeninstitut getätigt worden.

·          Seit dem Jahre 2012 ist es dem Südtiroler Burgeninstitut durch Kauf von der Mailänder Unternehmerfamilie gelungen, auch bewirtschaftender Eigentümer der umliegenden Flächen (Wein, Wald und Wiesen, die alle einmal vor unserer Zeit zur Trostburg gehörten) zu werden.

·          Tresl ist seit dem Rückkauf durch das Burgeninstitut fix, ihre Familienmitglieder saisonal bei uns angestellt. Unsere erste Heuernte wurde mit Hilfe von Tresl und ihrer Familie eingebracht. In die Führungssaison war Tresl von Anfang an eingebunden. Weitere Burgführer stehen ihr zur Seite. Größere Veranstaltungen und Unternehmungen werden immer von der Vereinsleitung aus organisiert und assistiert. Alle Arbeitsschritte, die über den normalen Lebensalltag von Tresl hinausgehen, werden stets gemeinsam besprochen und abgestimmt.

·         An anderer Stelle erwähnte Tresl das Südtiroler Burgeninstitut als besten Burgherrn, den sie sich vorstellen könne. Dass nun Tresl seit knapp einem halben Jahrhundert mit dem Eigentümer Südtiroler Burgeninstitut und seinen Verwaltern in glücklicher und zufriedener Symbiose auf der Burg lebt, zeigt doch sehr deutlich, dass dieser begangene Weg der richtige ist, auch wenn gewisse komplexe Fragen für die Zukunft noch nicht geklärt sind.

Insgesamt freue ich mich aber über die vielen Reaktionen und würde mich ebenfalls freuen, Kommentare von bayerischer Seite zu bekommen. Von den "Lebenslinienfans" erwarten wir uns eine gute Mundwerbung für unsere Burg. Mögen viele Besucher kommen, um Burg und Tresl, aber auch uns zu erleben.

Herzliche Grüße,

Carl Philipp Baron Hohenbühel
St. Michael Eppan, den 16.01.2013