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Hocheppan GmbH

Hocheppan
Grafenburg mit romanischen Kapellenfresken

Die hoch aufragenden Mauern der ausgezeichnet erhaltenen Ruine bieten ein idyllisches Ambiente für eine Einkehr nach einer Wanderung. Nicht minder beeindruckend ist das Naturerlebnis außerhalb der Burgmauern.

Der Ausblick zur Berglanschaft von Tschögglberg und Ritten, zu den Gebirgen der Dolomiten, auf die umliegenden Burgen und auf die Kulturlandschaft im Etschtal, im Bozner Talkessel und im Überetsch ist atemberaubend! Schon dafür lohnt sich der Weg nach Hocheppan.

Die besondere Lage erläutert aber nicht zuletzt die Bedeutung dieser außergewöhnlichen Burganlage. Auf Hocheppan gibt es aber weit mehr zu entdecken als man von einer Ruine erwarten würde. So werden für Interessierte regelmäßig Führungen zu den Schätzen dieser Burg angeboten.

Gut möglich, dass sich hier bereits das 590 n. Chr. zerstörte Appianum befand, da der Burgberg im 5. und 6. Jahrhundert verbaut und besiedelt war. Auf einem älteren Heiligtum errichtet, steht eine Kapelle des 10. Jahrhunderts. Neben ihr erbauten die Grafen von Bozen, die einem Seitenzweig der bairischen Grafen von Ebersberg entstammten, ihren neuen Sitz. Sie hatten sich auf ihre Landgüter westlich der Etsch zurückzuziehen und nannten sich ab etwa 1116 Grafen von Eppan. Ihre 1211 erstmals genannte Burg hatte bereits ihren charakteristischen Fünfeckturm und das Kirchlein war zur Burgkapelle geworden.

Die Grafen von Eppan trieben den Ausbau der Burg bis zu ihrem Aussterben 1245 bzw. 1273 wesentlich voran. Die Weitläufigkeit der Anlage kündet vom hohen Ansehen der Eppaner Grafen, deren Einflussbereich sich vom Sarntal über das Unterland bis nach Rovereto und an den Gardasee erstreckte. Gemeinsam mit dem Zweig der Grafen von Eppan-Ulten (+1253), der sein Gewicht durch das Erbe der Grafen von Morit (Mareit bei Sterzing) 1164/67 steigern konnte, verwalteten die „Hocheppaner“ die Grafschaft Eppan und die Herrschaft Tenno. Nach ihrem Aussterben gelangten die Grafschaft wie die meisten übrigen Besitzungen an die Grafen von Tirol. Mit dem Eppaner Erbe setzten diese im ausgehenden 13. Jahrhundert die Landwerdung Tirols um.

Burg und Gericht Hocheppan wurden fortan verschiedenen Adelsfamilien zu Lehen gegeben, u. a. von 1494 bis 1550 an die Fuchs von Fuchsberg zu Freudenstein, die das Schloss erneut ausbauten und bis 1530 mit neuen Befestigungsanlagen versahen. Wieder zur Ruine geworden, gelangte Hocheppan 1911 an die Grafen Enzenberg, die sie noch umfangreich sichern ließen, und 2016 an die Gemeinde Eppan.

Die 1131 geweihte Burgkapelle mit ihren drei Apsiden ist reich an Wandmalereien verschiedener Künstler, teils höchster Qualität, und besaß einst eine Herrschaftsempore. Eindrucksvoll sind neben vielen Szenen aus dem Leben Christi die Darstellungen der Klugen und Törichten Jungfrauen, des Bethlehemitischen Kindermordes oder der Geburt Christi. Letztere zeigt anstelle der Heiligen Drei Könige, die Goldkugeln bringen sollten, eine als „Knödelesserin“ interpretierte Gestalt mit Herd und Pfanne. Sie soll die Geburt Jesu in eine greifbare Wirklichkeit rücken. Seit 2017 wird erneut das schon 1269 belegte Patrozinium der hl. Maria Magdalena (Gedenktag: 22. Juli) gefeiert. (AvH)

INFORMATIONEN

Shuttle-Dienst
Nesti Shuttle, Mietwagen mit Fahrer, Ernst Niermayr, 39057 Eppan, Tel. +39 338 5879545 niedermayrernst@gmail.com

Literatur_
Walter Landi, Helmut Stampfer und Thomas Steppan: Hocheppan. Die Grafenburg mit romanischen Wandmalereien in ihrer Kapelle, Band 10 der vom Südtiroler Burgeninstitut herausgegebenen Reihe "Burgen" aus dem Regensburger Verlag Schnell&Steiner (erhältlich beim Südtiroler Burgeninstitut oder im gut sortierten Buchhandel).

Burgfrieden GmbH
Am 8. April 2017 erfolgte die offizielle Schlüsselübergabe an die Gemeinde Eppan und gleichzeitig die Öffnung der Burg Hocheppan für die Besucherinnen und Besucher. Es erwarten Sie:
- eine Burgschänke mit bodenständiger Küche
- Führungen durch Burg und Burgkapelle
- ein prachtvoller Ort zum Verweilen (weitere Infos über die Gemeinde Eppan)

Verwaltung
Mit 31. Oktober 2016 ging die Burg Hocheppan GmbH in das Eigentum der Gemeinde Eppan über.
Verwaltungsrat:
Baron Carl Philipp von Hohenbühel, Präsident des Südtiroler Burgeninstituts, PRÄSIDENT
Wilfried Trettl, Bürgermeister der Gemeinde Eppan, VIZEPRÄSIDENT,
Massimo Cleva, Vize-Bürgermeister der Gemeinde Eppan,
Monika Larcher, Gemeindereferentin der Gemeinde Eppan,
Sigrid Mahlknecht Ebner, Gemeindereferentin für Kultur der Gemeinde Eppan, und
Philipp Waldthaler, Gemeindereferent und Präsident des Tourismusvereins Eppan.
Koordinator: Thomas Rauch, Direktor des Tourismusvereins
Sekretariat: Marion Egger
Kulturbeirat 2017-2020:
Baron Alexander von Hohenbühel, Redakteur ARX, Burgenkunde, Verein für Heimatpflege Eppan, Schwerpunkt: Denkmalpflege
Wallburga Kössler, Schule, Kultur, Verein für Heimatpflege Eppan
Laura Kolowratnik, Museumspädagogin, Archäologie
Walter Landi, Landesarchivar, Historiker mit Schwerpunkt "Grafen von Eppan"
Judith von Lutterotti, Schule, Religion
Hans von Lutz, Tourismus
Martin von Malfèr, Raiffeisenverband, Burgenverwaltung
Ute Oberrauch, Architektin, Baukultur
Siegfried de Rachewiltz, Ethnologe, Direktor Brunnenburg, ehem. Direktor von Schloss Tirol

Film zu Hocheppan

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