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BURG TAUFERS IN SAND IN TAUFERS

Burg TaufersDer besondere Wohncharakter der ehemaligen Dynastenburg Taufers zieht alljährlich rund 70.000 Besucher in ihren Bann. Kinder erfreuen sich an der "Rüstkammer zum Angreifen". Kunstliebhaber genießen die Pacher-Fresken und Romantiker die bilderbuchartige Burganlage.

Mit besonderen Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen sowie einer Burgschenke im Innenhof möchte das Südtiroler Burgeninstitut neben Feriengästen auch die einheimischen Interessierten zu einem Besuch der Burg Taufers anregen.

Burg Taufers wurde vom Südtiroler Burgeninstitut 1977 käuflich erworben. Seither werden an diesem Zeugnis der Landeskultur Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt, damit die Burg Taufers als Denkmal der Kunst geschätzt und als Bauwerk der Geschichte gelebt werden kann.

 

BAUGESCHICHTE

Burg Taufers - KapelleMächtige Berge umgeben den Talkessel von Sand in Taufers und doch bildet die Burg Taufers eine eindrucksvolle Kulisse. Ihre Baugeschichte zeigt deutlich, es handelt sich um eine bedeutende Dynastenburg des Mittelalters.

Burg Taufers wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts auf einem Felsvorsprung, der das Tauferer- vom Ahrntal trennt, errichtet. Die Hauptburg gegen den Berg von Ahornach im Norden (Angriffsseite) besteht aus Bergfried und angebautem Wohnturm, ein weiterer Palas (später Kornkasten) ist an geschützter Stelle im Westen gelegen. Der vom natürlichen Gelände vorgegebene Bauplatz wird von einer umlaufenden Ringmauer begrenzt, an die sich verschiedene, zumeist im frühen 16. Jahrhundert ausgebaute Wohngebäude anlehnen. Die Wehranlagen um den Torturm (15. Jahrhundert) sind von burgenkundlicher Bedeutung.

Von der Innenausstattung sind in erster Linie die gotischen Fresken der Kapelle mit einer seltenen Deesis und die vielen holzvertäfelten und wohnlich ausgestatteten Räume zu nennen. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden behutsame Restaurierungen vorgenommen.

 Taufers - Grundriss mit vereinfachter Darstellung der Bauphasen

BESITZERGESCHICHTE

Burg Taufers - EsszimmerDie gesellschaftliche Wahrnehmung der Burg lässt sich an der Besitzergeschichte der Burg Taufers gut ablesen. Ein mittelalterliches Machtsymbol wird im 15. und 16. Jahrhundert zum Symbol der Mächtigen. Der Wegfall feudaler Herrschaftsaufgaben lässt Taufers zum imposanten Denkmal der Vergangenheit werden. Erst der Führungsanspruch des Bildungsbürgertums im 19. und 20. Jahrhundert lässt das Bauwerk im Sinne eines Kulturdenkmals neu erstehen. Heute bemühen wir uns, den Denkmalwert zu erfragen und die Erhaltung zu sichern.

Seit dem Ende des 11. und Beginn des 12. Jahrhunderts konnte sich das Gebiet zwischen Birnlücke und Brunecker Becken allmählich zu einer eigenständigen Herrschaft ausbilden, nach der sich seit 1136 das Dynastengeschlecht der edelfreien Herren von Taufers nannte. Spätestens in den 1220er Jahren errichtete es einen neuen, großzügig angelegten Herrschaftssitz, nämlich die Burg Taufers. Die eindrucksvolle Burganlage war schon damals mit Bergfried, Wohnturm, Palas und weiteren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden auffällig groß.

Noch um 1309/15, vor dem Aussterben der Herren von Taufers 1336, gelangte ein Großteil der mit der hohen Gerichtsbarkeit ausgestatteten Herrschaft Taufers an die Grafen von Tirol und deren Rechtsnachfolger, bei denen Burg und Gericht schließlich bis 1813 bzw. 1829 verblieben. Die Landesfürsten setzten von Anfang an ihnen nahestehende Dienstmannen als Pfleger ein. Ab 1504 verpfändeten sie Burg und Gericht Taufers an die Herren von Fieger, denen der noch heute sichtbare und bedeutende spätgotische Ausbau zu verdanken ist.

Es folgten zahlreiche Besitzer bis das Lehen 1813 in ein Eigentum privatrechtlicher Natur umgewandelt wurde. Bereits im fortgeschrittenem Zustand des Verfalles gelangte die Burg 1903 an Ludwig Lobmeyr. Letzterer verhalf der Ruine wieder zu neuem Leben, indem er große finanzielle Opfer zur Restaurierung der Burg auf sich nahm und die Burg mit zahlreichen Einrichtungsgegenständen bestückte. Leider kam es auch zu größeren Besitzabtretungen, was seine Nachfolger ab 1918 in gesteigertem Maße fortsetzten. Mit dem Titularabt Hieronymus Gassner OSB fand das Engagement Lobmeyrs eine neuerliche Fortsetzung, insbesondere hinsichtlich der Innenausstattung, aber auch bezüglich des Wiederaufbaues des eingestürzten Bergfrieds. Dennoch bot der Tourismus schon bald die einzige nennenswerte Einnahmequelle zum Unterhalt des Hauses.

Sigismundus Freyherr zu Wolckhenstain etc. seines Alters im 10. Jar 1977 gelangte die Burg Taufers an das Südtiroler Burgeninstitut, das sich seither um ihre Erhaltung bemüht. Die Ehrenamtlichkeit der Vereinsführung und -verwaltung, die Öffnung der Burg gegen die Entrichtung eines Eintrittsgeldes für interessierte Besucher und die Unterstützung von öffentlichen (Land und Gemeinde) und privaten Einrichtungen sichern seither die Instandhaltung der Burg Taufers. Die besondere Attraktivität der Burg für den Tourismus erleichtert es dem Südtiroler Burgeninstitut, auch weitere Vereinsziele umzusetzen, insbesondere die Erhaltung der im Eisacktal befindlichen und ebenfalls in Vereinseigentum stehenden Trostburg, die sonst über keine bedeutenden Einnahmen verfügt.

In den letzten drei Jahrzehnten der Verwaltung des Südtiroler Burgeninstituts konnten alle Dächer mit Lärchenschindeln gedeckt, der ehemalige Kornkasten für Veranstaltungen ausgebaut, alle Außen- und Innenfassaden konserviert und restauriert, der Burgweg neu gestaltet und zahlreiche sonstige Instandhaltungsmaßnahmen vorgenommen werden. Für den Besucher wurden weitere Bereiche erschlossen und mit Ausstellungen, Veranstaltungen und sonstigen Attraktionen zusätzliche Anreize für eine Besichtigung geschaffen.